DRACHENFLIEGER-CLUB HOHENNEUFFEN e.V.

 

 

 

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Sicherheitsmitteilung

Sicherheitsmitteilung:

Gleitschirm
ICARO Pandion XS EAPR-GS-0634/17
ICARO Pandion S EAPR -GS-0633/17
ICARO Pandion M EAPR-GS-0632/17
ICARO Pandion L EAPR-GS-0631/17
ICARO Pandion XL EAPR-GS-0635/17

07.12.2017

Bei einer internen Qualitätskontrolle am Gleitschirmmuster PANDION_M wurden fehlerhafte Leinentypen festgestellt. Anstelle einer TSL 380 für die A1 Stammleine wurden produktionsseitig eine TSL 500 verwendet. Weiter wurde am Gleitschirmmuster PANDION_S anstelle einer DSL 70 an der C/D Topleinen ...mehr ...

BaWü 2018
Geschrieben von: Jörg N.   
Dienstag, den 10. April 2018 um 04:05 Uhr

Doppelsieg für DCH-Piloten bei der Baden-Württembergischen Landesmeisterschaft

Traditionell fand die Baden-Württembergische Landesmeisterschaft im Gleitschirmfliegen bis 2012 unter der Bezeichnung "Bawü Airgames" in Oppenau im Schwarzwald statt. Nach und nach wurde dort allerdings der kommerzielle Aspekt des riesigen Spektakels immer präsenter und der eigentliche Wettkampf war nur noch Rahmenprogramm. Um den zahlreichen Zuschauern möglichst viel zu bieten, wurden dort zuletzt sogar gefährliche, nicht an die Wetterlagen angepasste Routen in Kauf genommen. Der Ruf der Bawü unter den Piloten wurde schlechter und viele blieben fern. Nach einer dramatischen Unfallserie und Zerwürfnissen zwischen den Schwarzwälder Veranstaltern und Vereinen sollte es dann ab 2012 für sechs Jahre gar keine Baden-Württembergische Landesmeisterschaft mehr geben.

2017 hat sich der Ligapilot Joe Hausknecht, seines Zeichens Vorstand des DGF Friedrichshafen, ein Herz gefasst und beschlossen den schwäbisch-badischen Traditionswettbewerb im Frühjahr 2018 wieder aufleben zu lassen. Da die "Häfner" kein brauchbares Clubgelände vorweisen können und auch sonst im Ländle kein Gebiet aufzufinden war, das für über 100 Piloten geeignete Startplätze in alle Himmelsrichtungen vorweisen könnte, suchte man im angrenzenden Bayern nach Möglichkeiten. Wenn man bedenkt, dass die Hessische seit Jahren in Greifenburg stattfindet, dann ist der Breitenberg in Pfronten ja noch eindeutig in der Nachbarschaft. Joe stürzte sich mit Unterstützung seiner Vereinsmitglieder in die Planung, die in letzter Minute durch brütende Rauhfußhühner im NSG Breitenberg ins Wanken geriet. Nur dank des beherzten Eingreifens der Pfrontener Bürgermeisterin konnte der Wettkampf plangemäß für das verlängerte Wochenende vom 6. bis 9. April angesetzt werden. Hilfreich war die außergewöhnlich starke Schneelage, bei der die Hühner offensichtlich jegliche Lust aufs Brüten verloren. Ähnlich wie den Hühnern geht es jedoch auch der Thermik, wenn die hauptsächlich nördlich ausgerichteten Hänge tief verschneit sind und so waren wir nicht sicher, wie sich die Bedingungen entwickeln würden.

Trotz der unsicheren Wetterlage mit viel Schnee und prognostiziertem Südföhn fanden sich am Donnerstag Abend über 100 hoch motivierte Piloten an der Bergbahn zur Einschreibung ein. Gerade weil der Wettbewerb einer der ersten des Jahres war, kamen sogar viele Toppiloten aus ganz Europa. Neben dem aktuellen Gesamtweltcupsieger Michi Sigel aus der Schweiz waren auch Nationalmannschaftspiloten aus Slowenien und Polen sowie ein Großteil der besten Deutschen Piloten anwesend. Ein starkes Teilnehmerfeld also, dem wir Älbler jedoch einiges entgegensetzten: Mit Melanie Tcaciuc, Tina Schwer, Stefan Born, Reiner Braun, Heinrich Bretz und Jörg Nuber konnten sich gleich sechs DCH-Piloten qualifizieren und mit Rolf Mößmer, Thomas Schaible und Florian Scholl kamen noch drei vom DGCW Neidlingen dazu. Es ist wirklich phänomenal wie sich die kleine, feine Wettkampfszene am Hohenneuffen entwickelt.

Der Freitag bot sehr schwache Thermik, weshalb das Task-Komitee rund um den Nationalmannschaftspiloten Martin Petz eine kurze Zickzack-Aufgabe von knapp 40 Kilometer rund um Breitenberg und Falkenstein ausschrieb. Nach der ersten Wende am Grenztunnel fraß die oben bockige und unten fast thermiklose Falkenstein-Südseite annähernd die Hälfte des Pilotenfeldes. Nur die Geduldigsten konnten sich dort mühsam wieder ausgraben, darunter waren von den neun wackeren Älblern lediglich Reiner und Jörg. Dieser machte es am Ende nochmal spannend: Mit seinem Serien-Zeno ging er zusammen mit drei Open-Class-Schirmen in den Endanflug. Kurz vor dem Ziel musste er dann eine Baumgruppe umfliegen, die Füße über der Breitenbergbahn einziehen und konnte schließlich die Ziellinie mit Rückenwind und sagenhaften 10 cm Bodenabstand als Vierter überfliegen. Reiner kam mit deutlich mehr Reservehöhe als 10. ins Ziel. Damit hatten die beiden vorerst Platz 1 und 3 in der Landesmeisterschaft erreicht.

Am Samstag waren die Bedingungen deutlich besser. Blauer Himmel und gute Thermik veranlassten die Tasksetter, einen 60km-Task auszuschreiben. Gleich zu Beginn teilte sich das Feld in diejenigen, die in der schwachen Nordseiten-Thermik vor dem Start aufdrehten und für ihre Geduld mit einer perfekten Startposition von 2.800m über dem Aggenstein belohnt wurden - und die weniger Geduldigen, die gleich zum Falkenstein gequert waren und zu Rennbeginn einige hundert Meter tiefer kreisten. Der Flug war genial geplant und führte uns an Schloss Neuschwanstein und dem Tegelberg vorbei bis zum Buchenberg und wieder zurück. Nach der riesigen Talquerung kamen die meisten Piloten exakt auf Höhe der Burgzinnen und der jubelnden asiatischen Touristenmasse am Märchenschloss vorbeigesoart. Auch diesmal waren Reiner und Jörg wieder vorne dabei, so dass sie nach zwei Tasks mit gerade mal 8 Punkten Unterschied die Landesmeisterschaft anführten. Allerdings hatte Philipp Haag aus dem Schwarzwald gut aufgeholt. Der junge Shootingstar musste am Freitag außenlanden, flog nun aber vor unseren Recken ins Ziel und verkürzte den Abstand deutlich. Noch so ein Tag und Philipp wäre Meister. Heinrich Bretz und Stefan Born konnten den heutigen Task ebenfalls im Ziel beenden. Eine besondere Geschichte hatte Thomas Schaible zu berichten, der von Stromleitungen umzingelt auf einem Schuppendach landete. Zum abendlichen Pilotenessen in der Pfrontener Brauereigaststätte war er jedoch wieder wohlbehalten zurückgekehrt.

Der Sonntag startete mit völlig unterschiedlichen Wetterprognosen. Die einen Berichte sagten ganztags null Wind voraus, während andere von Föhn mit 7 hpa Druckunterschied sprachen. Die Locals waren sich jedoch sicher, dass wir gefahrlos im näheren Umfeld bis zum frühen Nachmittag fliegen könnten und so wurde schnell auf den Berg gefahren und eine kurze 30km-Zickzack-Aufgabe ausgeschrieben. Alles sollte schnell gehen und so wurde für einige schon die übliche Nullwind-Nassschnee-Startprozedur zur Herausforderung. Es wurde spannend: Würden die DCHler ihre Top-Positionen in der Landesmeisterschaft verteidigen können? Und bei den Mädels sah es nicht anders aus: Tina Schwer und Melanie Tcaciuc würden die Landesmeisterin heute ebenfalls unter sich ausmachen. Leider hatten die beiden das Pech, dass Melle am Samstag angeschlagen war und landen ging, während Tina nun am Sonntag mit ihrer Gesundheit zu kämpfen hatte. Für den Rest der Mannschaft ging es natürlich vor allem darum, das Ziel zu erreichen. Die Taktik im Spitzenpulk war einfach: Da Reiner und Jörg annähernd Punktegleichstand hatten, durfte keiner den anderen aus den Augen lassen - und beide zusammen nicht viel Boden auf Philipp verlieren. Wie es die beiden als bewährte Flugbuddies ohnehin gewohnt sind, wurde also fast der ganze Task Flügel an Flügel gekurbelt und gepusht. Erst beim letzten Aufdrehen vor dem Endanflug hatte Reiner kurz mit einem bockigeren Bart zu kämpfen und Jörg konnte sich etwas absetzen. Nachdem Philipp heute schwächelte, reichte das für den Landesmeister. Reiner wurde mit geringem Abstand Vizemeister und die beiden Freunde durften gemeinsam aufs Siegerpodest. Heinrich war schnell unterwegs, schaffte noch die letzte Wende, musste aber einen Kilometer vor der Ziellinie landen. Richtig gut drauf war Melanie, die heute souverän ins Ziel kam und damit inoffizielle Bawü Meisterin ist (für eine offizielle Wertung waren es leider nicht genug Mädels). Schließlich kam als allerletzter noch der Florian ins Ziel, nachdem er Startprobleme hatte und erst in die Luft kam, als das Rennen schon lief. 

Mit einer tollen Siegerehrung ging ein wunderbar organisierter Wettbewerb bei allerschönstem, warmem Frühlingswetter zuende. So hat es allen sehr viel Spaß gemacht, auch wenn nicht alle Platzierungen wunschgemäß waren. Darauf kommt es nämlich nicht wirklich an, viel mehr ist der Weg das Ziel und das gemeinsame Um-die-Wette-Fliegen und Feiern macht einfach unglaublich viel Spaß.

Das Ergebnis in der Bawü kann sich für den DCH sehen lassen:

1. Platz - Jörg Nuber

2. Platz - Reiner Braun

8. Platz - Heinrich Bretz

1. Platz Damen - Melanie Tcaciuc

2. Platz Damen - Tina Schwer

Vielen Dank an dieser Stelle an die tolle Unterstützung durch den DCH und insbesondere Rolfs Engagement. Wir hoffen, dass wir noch viele unserer Mitglieder von der sportlichen Variante unseres Hobbies überzeugen können. 

  

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Jörg Nuber

 
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